# Hochzeitsbräuche: Traditionen und was sie bedeuten

> Polterabend, Brautstrauß, Baumstamm sägen und etwas Blaues: die bekanntesten Hochzeitsbräuche im deutschsprachigen Raum – mit Bedeutung und Tipps.

Quelle: https://hochzeitssprueche.com/hochzeitsbraeuche/ · Stand: 3. Oktober 2026 · Redaktion hochzeitssprueche.com

Kaum ein Fest steckt so voller Bräuche wie eine Hochzeit. Viele davon sollen dem Brautpaar Glück bringen, böse Geister fernhalten oder zeigen, dass die beiden gemeinsam anpacken können. Manche sind uralt, andere haben sich erst in den letzten Jahrzehnten verbreitet. Hier findest du die bekanntesten Hochzeitsbräuche im deutschsprachigen Raum: was dahintersteckt, wie sie ablaufen und worauf du achten solltest, wenn du einen davon für das Brautpaar planst. Nicht jeder Brauch passt zu jedem Paar – sprich im Zweifel vorher mit den Trauzeugen ab, was gewünscht ist und was lieber nicht. So wird aus der Tradition ein schöner Moment und keine peinliche Pflichtübung.

## Vor der Hochzeit

### Junggesellenabschied

Freundinnen und Freunde verabschieden Braut und Bräutigam – meist getrennt – mit einem gemeinsamen Tag oder Wochenende aus dem Leben als Single. Der Brauch kam vor allem über Großbritannien und die USA zu uns. Am schönsten wird er, wenn das Programm zur Person passt und niemand bloßgestellt wird.

### Polterabend

Am Abend vor der Hochzeit oder einige Tage vorher bringen Gäste altes Porzellan und Steingut mit und zerschlagen es vor der Tür des Paares. Das Sprichwort „Scherben bringen Glück“ steht dahinter, und der Lärm soll böse Geister vertreiben. Wichtig: Glas und Spiegel gehören nicht dazu, sie gelten als Unglücksbringer. Das Brautpaar kehrt die Scherben anschließend gemeinsam zusammen – als erste gemeinsame Aufgabe.

### Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues

Die Braut trägt am Hochzeitstag vier Dinge: etwas Altes für die Verbindung zur Familie, etwas Neues für den Neubeginn, etwas Geliehenes für die Freundschaft und etwas Blaues für Treue. Oft ist das Blaue ein Strumpfband, eine Haarnadel oder eine Stickerei im Kleid.

### Brautschuhe mit Münzen bezahlen

Ein alter Brauch besagt, dass die Braut ihre Hochzeitsschuhe mit gesparten Cent-Münzen bezahlt. Das soll zeigen, dass sie gut wirtschaften kann, und Wohlstand in die Ehe bringen. Heute wird das meist mit einem Augenzwinkern gemacht – vorher im Schuhgeschäft fragen schadet nicht.

## Nach der Trauung

### Spalier stehen

Wenn das Brautpaar aus Kirche oder Standesamt kommt, bilden Gäste, Kollegen oder Vereinsfreunde ein Spalier. Oft halten sie dabei Gegenstände aus Beruf oder Hobby hoch – Feuerwehrschläuche, Tennisschläger oder Kochlöffel.

### Reis, Blüten oder Seifenblasen werfen

Reis steht für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Weil viele Kirchen und Standesämter Reis inzwischen nicht mehr erlauben, werden oft Blütenblätter, Lavendel oder Seifenblasen verwendet. Frag am besten vorher nach, was erlaubt ist.

### Baumstamm sägen

Das frisch verheiratete Paar sägt gemeinsam mit einer Zugsäge einen Baumstamm durch. Das klappt nur, wenn beide im gleichen Rhythmus arbeiten – ein Sinnbild für die Ehe. Die Trauzeugen organisieren Stamm, Sägebock und Säge.

### Hochzeitsauto und Hupkonzert

Nach der Trauung fährt das Paar meist gemeinsam im geschmückten Hochzeitsauto zur Feier, gefolgt von den Gästen mit Hupkonzert. Blechdosen am Auto sollen mit ihrem Lärm böse Geister vertreiben; heute sorgen sie vor allem für Aufmerksamkeit.

## Bei der Feier

### Die Hochzeitstorte anschneiden

Braut und Bräutigam schneiden das erste Stück gemeinsam an. Ein verbreiteter Scherz besagt: Wessen Hand beim Anschneiden oben liegt, hat in der Ehe das Sagen.

### Brautstrauß werfen

Die Braut wirft ihren Strauß rückwärts in die Gruppe der unverheirateten Gäste. Wer ihn fängt, soll als Nächstes heiraten. Viele Bräute lassen sich dafür einen kleineren Wurfstrauß binden, damit sie den eigentlichen Strauß behalten können.

### Brautentführung

Freunde „entführen“ die Braut während der Feier, und der Bräutigam muss sie suchen und mit einer kleinen Aufgabe oder einer Runde Getränke auslösen. Der Brauch ist umstritten, weil die Braut dabei oft einen Teil ihres eigenen Festes verpasst. Wenn ihr ihn plant, haltet ihn kurz und sprecht ihn mit dem Brautpaar ab.

### Über die Schwelle tragen

Der Bräutigam trägt die Braut über die Schwelle des gemeinsamen Zuhauses. Ursprünglich sollte das verhindern, dass die Braut auf die Schwelle tritt, unter der man böse Geister vermutete. Heute ist es vor allem eine romantische Geste – und funktioniert natürlich in beide Richtungen.

## Häufige Fragen

### Warum wird beim Polterabend Porzellan zerschlagen?

Nach dem Sprichwort „Scherben bringen Glück“ sollen die Scherben dem Brautpaar Glück bringen, und der Lärm soll böse Geister vertreiben. Glas und Spiegel werden dagegen nicht zerschlagen, weil zerbrochenes Glas als Unglück gilt.

### Was bedeutet „etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues“?

Die vier Dinge stehen für die Verbindung zur Familie, den Neubeginn, die Freundschaft und die Treue. Die Braut trägt sie am Hochzeitstag bei sich – etwa ein Schmuckstück der Großmutter, neue Schuhe, einen geliehenen Schleier und ein blaues Strumpfband.

### Darf man nach der Trauung Reis werfen?

Das hängt vom Ort ab. Viele Kirchen und Standesämter erlauben keinen Reis mehr, weil er schwer zu entfernen ist und Rutschgefahr bedeutet. Blütenblätter, getrockneter Lavendel oder Seifenblasen sind beliebte Alternativen – frag am besten vorher nach.

### Wer organisiert die Hochzeitsbräuche?

Meist kümmern sich Trauzeugen, Freunde oder Familie darum, oft als Überraschung. Gut ist eine kurze Absprache mit dem Brautpaar oder den Trauzeugen, damit jeder Brauch auch wirklich gewünscht ist und in den Zeitplan passt.
