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Rede des Brautvaters und der Eltern: Aufbau, Beispiel und Tipps

Die Rede des Brautvaters ist einer der bewegendsten Momente einer Hochzeit. Hier spricht jemand, der die Braut oder den Bräutigam ein Leben lang begleitet hat – vom ersten Schritt bis zum Jawort. Kein Wunder, dass viele Väter und Mütter vor dieser Rede mehr Lampenfieber haben als vor jedem Vortrag im Job. Die gute Nachricht: Eure Gäste erwarten keine perfekte Ansprache, sondern ehrliche Worte. In diesem Ratgeber erfährst du, wann die Eltern traditionell sprechen, wie du deine Rede in sechs Schritten aufbaust und wie du das Schwiegerkind herzlich in der Familie willkommen heißt. Dazu gibt es eine komplette Beispielrede zum Anpassen und Tipps, damit dir vor Rührung nicht die Stimme wegbleibt. Die Hinweise gelten genauso für Brautmütter und die Eltern des Bräutigams.

Aktualisiert am · von der Redaktion geprüft

Wann sprechen die Eltern?

Traditionell eröffnet der Brautvater als Gastgeber die Reden – meist nach der Begrüßung durch das Brautpaar und vor der Vorspeise oder zwischen Vorspeise und Hauptgang. Danach folgen oft die Eltern des Bräutigams und später die Trauzeugen. Heute sprechen auch häufig die Brautmutter oder beide Elternteile gemeinsam. Sprecht die Reihenfolge mit dem Brautpaar und der Location ab, damit die Küche planen kann.

Aufbau in sechs Schritten

Drei bis fünf Minuten sind ideal. Wenn mehrere Reden geplant sind, darf deine ruhig kürzer sein – die Gäste werden es dir danken.

  • Begrüßung: Brautpaar, Familien und Gäste willkommen heißen, besonders die mit weiter Anreise.
  • Ein Blick zurück: eine kurze Erinnerung an die Kindheit – das erste Fahrrad, der erste Liebeskummer, eine typische Eigenart.
  • Stolz: was dich an deiner Tochter oder deinem Sohn heute besonders stolz macht.
  • Willkommen fürs Schwiegerkind: ein herzlicher Satz, wann du gemerkt hast, dass die beiden zusammengehören.
  • Wünsche und Rat: ein, zwei Gedanken aus der eigenen Ehe, ohne zu belehren.
  • Dank und Trinkspruch: Dank an alle, die mitgeholfen haben, und ein Toast auf das Brautpaar.

Eine Beispielrede

Diese Rede ist ein Gerüst: Ersetze Namen und Erinnerungen durch eure eigenen.

„Liebe Lisa, lieber Paul, liebe Familie Weber, liebe Gäste, ich bin Thomas, Lisas Vater, und ich darf heute als Erster sprechen – eine Ehre, auf die ich mich seit Wochen freue und vor der ich seit Wochen Angst habe. Lisa, als du vier warst, hast du beschlossen, dass du Tierärztin, Astronautin und Prinzessin wirst – am liebsten gleichzeitig. Geworden bist du etwas viel Besseres: ein Mensch, der zuhört, der anpackt und der nie aufgibt. Darauf sind Mama und ich unendlich stolz. Paul, ich erinnere mich genau an deinen ersten Besuch bei uns. Du hast nach dem Essen gefragt, ob du abspülen darfst. Spätestens da wusste ich: Der meint es ernst. Heute sage ich: Willkommen in unserer Familie – du gehörst längst dazu. Nach 32 Jahren Ehe weiß ich nur eines sicher: Das Wichtigste ist nicht, nie zu streiten, sondern sich immer wieder zu versöhnen. Und lacht miteinander, so oft es geht. Ich danke euch allen, dass ihr heute hier seid, und Familie Weber für die wunderbare Zusammenarbeit beim Planen. Bitte erhebt mit mir das Glas: Auf Lisa und Paul!“

Weitere Ideen findest du bei den Hochzeitssprüchen von Eltern und Geschwistern und den Sprüchen für Rede und Trauzeugen.

Was nicht in die Rede gehört

  • Peinliche Kindheitsgeschichten, über die nur die Familie lacht.
  • Frühere Partnerinnen oder Partner.
  • Andeutungen zu Enkelkindern.
  • Ratschläge, die wie eine Belehrung klingen.
  • Familienkonflikte – heute ist nicht der Tag für alte Rechnungen.

Tipps für den Vortrag

  • Schreib die Rede vollständig auf, aber trag sie mit Stichpunkten auf Karteikarten vor.
  • Üb sie mehrmals laut – auch, um die emotionalen Stellen „abzunutzen“, damit du dort nicht ins Stocken gerätst.
  • Wenn die Stimme bricht: kurz innehalten, durchatmen, einen Schluck Wasser nehmen. Niemand wird es dir übel nehmen.
  • Schau zwischendurch das Brautpaar an, nicht nur auf dein Blatt.
  • Halte dich mit Alkohol bis nach der Rede zurück.

Häufige Fragen

Muss der Brautvater eine Rede halten?

Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Viele Brautpaare und Gäste freuen sich aber sehr darüber. Wer nicht gern vor Publikum spricht, kann einen kurzen Trinkspruch halten oder die Rede gemeinsam mit der Brautmutter übernehmen.

Dürfen beide Eltern gemeinsam eine Rede halten?

Ja, das ist sehr beliebt. Ihr könnt euch abwechseln – etwa indem jeder eine Erinnerung erzählt – und den Trinkspruch gemeinsam sprechen. Probt die Übergänge vorher, damit es flüssig wirkt.

Halten auch die Eltern des Bräutigams eine Rede?

Das ist üblich, aber kein Muss. Oft spricht ein Elternteil des Bräutigams nach dem Brautvater und heißt seinerseits die Braut in der Familie willkommen. Stimmt euch ab, damit sich Anekdoten nicht doppeln.

Wie lang sollte die Rede des Brautvaters sein?

Drei bis fünf Minuten, also etwa 400 bis 650 gesprochene Wörter. Längere Reden verlieren schnell die Aufmerksamkeit, vor allem wenn danach noch andere sprechen.

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