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Bräutigamrede schreiben: Wie hält das Brautpaar seine Dankesrede?

Irgendwann am Abend wird es still im Saal, und alle Blicke richten sich auf euch: Die Rede des Bräutigams – oder die gemeinsame Dankesrede des Brautpaares – gehört auf vielen Hochzeiten fest zum Programm. Anders als Trauzeugen oder Eltern müsst ihr niemanden vorstellen oder Anekdoten über euch selbst erzählen. Eure Aufgabe ist einfacher und zugleich persönlicher: danke sagen, die Gäste willkommen heißen und ein paar Worte an die Person richten, die ihr gerade geheiratet habt. In diesem Ratgeber erfährst du, wann die Rede ihren Platz hat, wie du sie aufbaust, wen du nicht vergessen solltest und wie lang sie sein darf. Dazu gibt es eine Beispielrede zum Anpassen und Formulierungen für jeden Teil.

Aktualisiert am · von der Redaktion geprüft

Wer hält die Rede – Bräutigam, Braut oder beide?

Traditionell spricht der Bräutigam im Namen des Paares. Diese Regel ist längst nicht mehr fest: Heute stehen oft beide gemeinsam auf, oder die Braut übernimmt das Wort. Entscheidend ist, wer sich dabei wohler fühlt und wer etwas zu sagen hat. Niemand muss reden, nur weil es früher so üblich war.

  • Bräutigam allein: klassisch, wirkt vertraut und ist für viele Gäste das erwartete Bild.
  • Braut allein: genauso schön, besonders wenn sie gern spricht oder ihre Familie anreisen musste.
  • Gemeinsam: ihr wechselt euch ab, etwa bei den Dankesworten, und richtet zum Schluss ein paar Sätze aneinander.
  • Kurz und knapp: Wer gar nicht reden möchte, begrüßt die Gäste mit zwei, drei Sätzen und eröffnet mit einem Trinkspruch das Essen.

Wann hat die Rede ihren Platz?

Die Dankesrede des Brautpaares steht meist am Anfang des Abends, weil ihr damit offiziell die Feier eröffnet. Manche Paare sprechen lieber nach den Reden der Eltern und Trauzeugen und bedanken sich dann gleich auch für deren Worte. Stimmt den Zeitpunkt mit der Location oder der Küche ab, damit das Essen nicht kalt wird.

ZeitpunktVorteilWorauf achten
Nach dem Sektempfang, vor dem EssenIhr begrüßt alle und eröffnet das BuffetKurz halten, die Gäste sind hungrig
Zwischen Vorspeise und HauptgangRuhige Stimmung, alle sitzenMit der Küche absprechen
Nach den anderen RedenIhr könnt auf Eltern und Trauzeugen eingehenSpontane Sätze vorher grob überlegen
Vor dem EröffnungstanzSchöner Übergang zur PartyGäste sind dann oft schon unruhiger

Aufbau in fünf Schritten

Eine Dankesrede braucht keine große Dramaturgie. Wenn du diese fünf Teile nacheinander abarbeitest, hast du schon eine runde Rede.

  • Begrüßung: die Gäste ansprechen und kurz sagen, warum du jetzt das Wort ergreifst.
  • Dank an alle: dafür, dass sie gekommen sind, manche von weit her.
  • Dank an bestimmte Menschen: Eltern, Trauzeugen, Helfer, Dienstleister.
  • Worte an deinen Partner oder deine Partnerin: was dieser Tag für dich bedeutet und was du an ihr oder ihm liebst.
  • Abschluss: ein Trinkspruch, das Eröffnen des Buffets oder die Einladung zum Tanz.

Wem ihr danken solltet

Nichts ist unangenehmer als jemand, der sich vergessen fühlt. Schreibt euch deshalb vorher eine Liste und hakt sie beim Schreiben ab. Ihr müsst nicht jeden Gast einzeln nennen, aber die Menschen, die besonders viel getan haben, verdienen ein eigenes Wort. Wenn ein naher Angehöriger verstorben ist, reicht ein einziger, ruhiger Satz – das berührt mehr als eine lange Passage. Für Karten nach der Feier hilft dir der Ratgeber Danksagung nach der Hochzeit.

  • Alle Gäste, besonders die mit weiter Anreise
  • Beide Elternpaare, gegebenenfalls auch Stiefeltern und Großeltern
  • Trauzeugin und Trauzeuge
  • Freunde, die bei Deko, Kuchen oder Organisation geholfen haben
  • Wer die Trauung gestaltet hat, etwa Pfarrerin, Trauredner oder Musiker
  • Das Team der Location und der Küche
  • Wer heute fehlt, weil er verstorben oder verhindert ist

Eine Beispielrede

Diese Rede hält Paul, sie lässt sich aber genauso gut von der Braut oder von beiden gemeinsam sprechen. Ersetze Namen, Orte und Details durch eure eigenen.

„Liebe Gäste, liebe Familie, liebe Freunde, Lisa und ich haben lange überlegt, wer von uns heute spricht. Entschieden hat am Ende Schere, Stein, Papier – und wer verliert, redet. Also stehe ich hier. Zuerst: Danke, dass ihr da seid. Einige von euch sind quer durch Deutschland gefahren, Tante Ruth ist sogar aus Kanada gekommen, und ihr alle habt euch einen ganzen Tag für uns freigenommen. Dass ihr diesen Tag mit uns teilt, bedeutet uns mehr, als wir sagen können. Danke an unsere Eltern. Ihr habt uns nicht nur bei dieser Feier unterstützt, sondern uns überhaupt erst zu den Menschen gemacht, die sich heute getraut haben. Ein besonderer Dank geht an Jana und Tim, unsere Trauzeugen, die in den letzten Wochen mehr Nachrichten von uns bekommen haben als von ihrer eigenen Familie. Und auch wenn er heute nicht mehr bei uns sein kann: Ich weiß, dass Opa Heinz sich gefreut hätte, uns so zu sehen. Lisa, als wir uns kennengelernt haben, hast du gesagt, dass du nie heiraten willst. Ich bin sehr froh, dass du deine Meinung geändert hast. Du machst meine Tage heller, meine Pläne mutiger und meinen Kaffee eindeutig zu stark. Ich freue mich auf jedes einzelne Jahr mit dir. Jetzt genug geredet – gleich ist das Buffet eröffnet. Aber vorher bitte ich euch, mit uns das Glas zu erheben: Auf die Liebe, auf unsere Familien und auf euch alle!“

Weitere Einstiege und Trinksprüche findest du unter Sprüche für Rede und Trauzeugen.

Formulierungen für jeden Teil

Wenn dir der Anfang schwerfällt, nimm einen dieser Sätze als Startpunkt und schreib in deinen eigenen Worten weiter. Für die Worte an deinen Partner kannst du auch einen Gedanken aus euren Eheversprechen aufgreifen – Anregungen dazu gibt es im Ratgeber Eheversprechen schreiben und bei den romantischen Hochzeitssprüchen.

  • Begrüßung: „Wir haben heute schon Ja gesagt – jetzt möchten wir noch etwas anderes sagen: Danke.“
  • Begrüßung: „Ich verspreche, mich kürzer zu fassen als der Fotograf beim Gruppenbild.“
  • Dank an die Gäste: „Ihr seid die Menschen, die unser Leben ausmachen – und heute sitzt ihr alle in einem Raum.“
  • Dank an die Eltern: „Ihr habt uns Wurzeln gegeben und uns trotzdem fliegen lassen. Heute sind wir ein Stück weit zusammen gelandet.“
  • Dank an Helfer: „Ohne euch gäbe es heute keine Deko, keinen Kuchen und vermutlich auch keinen Plan.“
  • Erinnerung an Verstorbene: „Wir denken heute auch an alle, die nicht mehr bei uns sind und die wir gern dabeigehabt hätten.“
  • An die Partnerin oder den Partner: „Von allen Entscheidungen meines Lebens war die für dich die leichteste.“
  • Trinkspruch: „Auf heute, auf morgen und auf alle Tage, die wir gemeinsam mit euch feiern werden!“

Tipps für den Vortrag

Am Hochzeitstag ist der Kopf voll und die Aufregung groß. Mit etwas Vorbereitung bleibt die Rede trotzdem entspannt. Wie sich Eltern und Trauzeugen vorbereiten, liest du in den Ratgebern zur Trauzeugenrede und zur Rede des Brautvaters – sprecht euch ab, damit sich Geschichten und Dankesworte nicht doppeln.

  • Schreib die Rede ein paar Wochen vorher, nicht in der Nacht vor der Hochzeit.
  • Übe sie mehrmals laut und stopp dabei die Zeit.
  • Nimm Karteikarten mit großen Stichworten mit – oder gib sie den Trauzeugen zur Aufbewahrung.
  • Halte dich vor der Rede mit Alkohol zurück.
  • Wartet mit dem Sprechen, bis es ruhig ist, und bittet notfalls den DJ um ein Mikrofon.
  • Schau beim letzten Teil deine Partnerin oder deinen Partner an, nicht auf den Zettel.

Häufige Fragen

Muss der Bräutigam eine Rede halten?

Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Viele Gäste freuen sich aber über ein paar persönliche Worte des Brautpaares. Wenn der Bräutigam nicht gern spricht, kann die Braut übernehmen, oder ihr haltet die Rede gemeinsam und ganz kurz.

Wie lang sollte die Dankesrede des Brautpaares sein?

Zwei bis fünf Minuten reichen völlig, das sind etwa 300 bis 650 gesprochene Wörter. Ihr seid an diesem Tag ohnehin die Hauptpersonen – eine kurze, herzliche Rede bleibt besser im Gedächtnis als eine lange Liste.

Darf ich meine Rede ablesen?

Ja, gerade am eigenen Hochzeitstag hat dafür jeder Verständnis. Druck den Text in großer Schrift aus und markiere Pausen. Wenn du ihn mehrmals geübt hast, kannst du zwischendurch aufschauen und mit den Gästen Blickkontakt halten.

Wie erwähne ich verstorbene Angehörige, ohne die Stimmung zu drücken?

Mit einem einzigen, warmen Satz an einer ruhigen Stelle, etwa nach dem Dank an die Familie. Nenne den Namen und sag, dass die Person gefehlt hat oder sich gefreut hätte. Danach gehst du direkt zum nächsten Teil über, damit der Moment berührend bleibt, aber nicht schwer wird.

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