Zum Inhalt springen
Glasfläschchen mit Zweig auf einem alten Buch

Hochzeitsgedichte – klassisch und modern

Ein Gedicht sagt oft mehr als viele Worte. Hier findest du klassische Liebesgedichte großer Dichter – von Goethe und Schiller über Heine bis Rilke – und kurze, moderne Hochzeitsgedichte, die sich für Einladung, Glückwunschkarte, Rede oder Gästebuch eignen. Die Klassiker verleihen einer Trauung oder einer Hochzeitsrede Tiefe und Feierlichkeit; die gereimten Vierzeiler passen auf jede Karte und lassen sich leicht mit den Namen des Brautpaares ergänzen. Ob du ein Gedicht vortragen, auf die Einladung drucken oder ins Gästebuch schreiben möchtest: Hier findest du den passenden Ton – mal feierlich, mal verspielt, immer von Herzen.

28 Sprüche in 2 Rubriken

Klassische Liebesgedichte zur Hochzeit8

Liebesgedichte von Dichtern, deren Werke heute gemeinfrei sind – in ihrer ursprünglichen Schreibweise.

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer Vom Meere strahlt; Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer In Quellen mahlt. Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege Der Staub sich hebt; In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege Der Wandrer bebt. Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen Die Welle steigt. Im stillen Haine geh’ ich oft zu lauschen, Wenn alles schweigt. Ich bin bei dir, du seyst auch noch so ferne, Du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne. O wärst du da!
Johann Wolfgang von Goethe, „Nähe des Geliebten“
Wie ich dich liebe Mit warmen Blut, Die du mir Jugend Und Freud und Muth Zu neuen Liedern, Und Tänzen giebst! Sey ewig glücklich Wie du mich liebst!
Johann Wolfgang von Goethe, „Mailied“ (Auszug)
Du bist wie eine Blume, So hold und schön und rein; Ich schau’ dich an, und Wehmuth Schleicht mir in’s Herz hinein. Mir ist, als ob ich die Hände Auf’s Haupt dir legen sollt’, Betend, daß Gott dich erhalte So rein und schön und hold.
Heinrich Heine, „Du bist wie eine Blume“
Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen? Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas Verlorenem im Dunkel unterbringen an einer fremden stillen Stelle, die nicht weiterschwingt wenn deine Tiefen schwingen. Doch alles was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich, der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Auf welches Instrument sind wir gespannt? Und welcher Spieler hat uns in der Hand? O süßes Lied.
Rainer Maria Rilke, „Liebes-Lied“
Dû bist mîn, ich bin dîn. des solt dû gewis sîn. dû bist beslozzen in mînem herzen, verlorn ist das sluzzelîn: dû muost ouch immêr darinne sîn.

Du bist mein, ich bin dein. Dessen sollst du gewiss sein. Du bist verschlossen in meinem Herzen, verloren ist das Schlüsselein: Du musst für immer darin sein.

Unbekannt, Tegernseer Liebesbrief (12. Jahrhundert)
Denn wo das Strenge mit dem Zarten, Wo Starkes sich und Mildes paarten, Da giebt es einen guten Klang.
Friedrich Schiller, „Das Lied von der Glocke“
Oft kopiert
Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
Friedrich Schiller, „Das Lied von der Glocke“
Ich habe dich so lieb! Ich würde dir ohne Bedenken Eine Kachel aus meinem Ofen Schenken.
Joachim Ringelnatz, „Ich habe dich so lieb“ (Auszug)

Kurze Hochzeitsgedichte20

Vierzeiler für Karte, Rede und Gästebuch – frei verwendbar.

Zwei Wege, die sich heute finden, zwei Herzen, die sich fest verbinden. Was immer auch das Leben bringt: Ihr seid das Lied, das weiterklingt.
Ein Ja, so klein und doch so groß, legt euch das Glück in euren Schoß. Bewahrt es gut, von Tag zu Tag, was immer auch geschehen mag.
Der Ring an eurer Hand ist rund, hat keinen Anfang, keinen Grund, an dem er je zu Ende geht – so wie die Liebe, die besteht.
Heut’ läuten Glocken hell und klar, heut’ feiern wir das Hochzeitspaar. Mög’ jeder Tag, der vor euch liegt, so froh sein, wie das Herz heut’ fliegt.
Nicht jeder Tag wird sonnig sein, mal stürmt es, mal regnet’s rein. Doch wer den Schirm gemeinsam hält, bleibt trocken – gegen alle Welt.
Zwei Hände, die sich heute halten, sollen nie im Streit erkalten. Zwei Herzen, die sich heut’ vertrauen, werden auf die Liebe bauen.
Was ihr euch heute gebt, das Wort, geht nicht mit den Gästen fort. Es bleibt, wenn Kerzen längst verglüht: ein Versprechen, das im Herzen blüht.
Das Glück ist nicht ein großes Haus, es sieht oft ganz bescheiden aus: ein Frühstück, das der and’re macht, ein Kuss, ein Lachen, gute Nacht.
Zwei Namen stehen nun vereint auf einem Weg, der heute scheint. Geht ihn mit Mut und mit Humor – das Schönste steht euch noch bevor.
Wie zwei Flüsse, die sich finden und im Meer sich dann verbinden, fließt ihr nun in einem Lauf – und keiner hält die Liebe auf.
Ein Baum, gepflanzt am Hochzeitstag, wächst langsam, doch mit jedem Schlag des Herzens, jedem Sonnenschein wird er ein bisschen stärker sein.
Heut’ sagt ihr Ja vor aller Welt, doch was am Ende wirklich zählt, ist jedes Ja im Alltagskleid, ein Leben lang, zu jeder Zeit.
Gemeinsam lachen, gemeinsam weinen, gemeinsam in der Sonne scheinen, gemeinsam durch die dunkle Zeit – das ist die Ehe: Zweisamkeit.
Nun seid ihr zwei ein festes Band, verknüpft mit Herz und mit Verstand. Kein Knoten hält so fest und gut wie einer, der auf Liebe ruht.
Die Liebe ist ein zartes Licht, es flackert manchmal, doch erlischt es nicht, wenn ihr es hütet, nährt und jeden Tag aufs Neue ehrt.
Ihr habt euch heut’ das Wort gegeben, von nun an Hand in Hand zu leben. Wir wünschen euch aus vollem Herzen viel Lachen und nur kleine Schmerzen.
Ein Herz allein schlägt still für sich, zwei Herzen sagen: Du und ich. So schlagt im gleichen Takt fortan, als Paar, das alles schaffen kann.
Nehmt euch Zeit für kleine Dinge, für Blumen, Briefe, Zärtlichkeit. Denn aus lauter kleinen Ringen wird eine Kette, lang und weit.
Die Torte ist längst aufgegessen, die Musik im Saal verklungen – doch was ihr heute euch versprochen, bleibt in euren Herzen lang gesungen.
Zwei Tassen Kaffee auf dem Tisch, zwei Zahnbürsten im selben Glas – so fängt das große Glück ganz frisch im Kleinen an. Und macht so Spaß.

Mehr über Hochzeitsgedichte

Die Klassiker geben wir in ihrer ursprünglichen Schreibweise wieder, so wie sie die Dichter veröffentlicht haben. Die kurzen Hochzeitsgedichte darfst du frei verwenden und nach Belieben anpassen – zum Beispiel mit den Namen des Brautpaares.

Dein Spruch fehlt? Schick ihn uns.

Wir prüfen jeden Vorschlag und nehmen die schönsten in die Sammlung auf.